Wenn eine brennende Kerze auf dem Tisch steht, kann es leicht dazu kommen, dass in einem unachtsamen Moment Wachs auf die gute Tischdecke, den Teppich oder die Hose tropft. Aber auch wenn Wachsflecken als sehr hartnäckig gelten, gibt es doch gute Möglichkeiten, die Textilien wieder von dem Wachs zu befreien, ohne dabei zu verzweifeln.

Das Grobe entfernen

Um dem Großteil eines Wachsfleckes zu beseitigen, ist Kälte ein probates Mittel. Dazu legt man Kleidungsstücke einfach – je nach Größe des Flecks – zwischen 30 Minuten und ein oder zwei Stunden mit der befleckten Seite nach oben in ein Tiefkühlfach. Dadurch wird das Wachs hart und lässt sich anschließend dann ganz leicht mit dem Fingernagel oder mit einem Messer vorsichtig vom Stoff lösen.
Bei größeren Textilien wie beispielsweise einem Teppich, die nicht ins Gefrierfach passen, muss man sich dagegen anders behelfen. Hier muss der Wachsfleck zunächst mit einer dünnen Folie wie Butterbrot-Papier, Alufolie oder ähnlichem abgedeckt werden, nachdem der Fleck bereits eingetrocknet ist. Anschließend legt man einen Eisblock oder etwas anderes Tiefgefrorenes auf die Folie (hier kann man beispielsweise eine Packung tiefgefrorenen Spinat nehmen und diesen nach der Behandlung dann gleich für das Mittagessen weiterverwenden). Dann sollte man wieder zwischen 30 Minuten und einer Stunde warten und im Anschluss das Wachs vorsichtig herausbrechen. Auch wenn möglicherweise kleine Krümel zurückbleiben, wird man doch das meiste Wachs ganz einfach in diesem ersten Schritt entfernen können.

Die Feinarbeit

Nach der Kältebehandlung wird das verbliebene Restwachs nun Hitze ausgesetzt. Dazu werden ein Bügelbrett, ein wenig Lösch- oder Butterbrot-Papier und ein Bügeleisen benötigt. Auf das Bügelbrett sollte man zunächst eine Folie oder Papier legen, damit der Bezug des Brettes nicht wohlmöglich mit flüssigem Wachs beschmutzt wird. Anschließend legt man das Kleidungsstück mit dem Fleck möglichst mittig auf das Brett, bedeckt ihn dann mit dem Löschpapier, bevor man im Anschluss daran mit dem Bügeln beginnen kann. Besteht das zu behandelnde Kleidungsstück aus Kunststoff, muss man vorher die Pflegehinweise durchlesen und eine verträgliche Temperatur am Bügeleisen einstellen, die den Stoff nicht schmelzen lässt.
Durch die Hitze wird das Wachs wieder verflüssigt und zieht in das Papier ein. Allerdings darf das Bügeleisen nicht zu heiß eingestellt sein, um das Papier nicht zu verbrennen und man sollte auch nur immer kurz über den Wachsfleck bügeln.
Ist das Wachs in das Papier eingezogen, kann man das Bügeleisen kurz zur Seite stellen und das Papier wenden, um es dann wieder mit einer freien Stelle auf das Restwachs zu legen. Den Fleck auf dem Papier sollte man dabei nach Möglichkeit abdecken oder abreißen, damit durch das noch warme Wachs nicht neue Flecken auf der Kleidung entstehen können. Der Vorgang mit dem Bügeln und Papierverschieben wird so oft wiederholt, bis das Wachs sich komplett aus dem Stoff gelöst hat. Passt die Textilie nicht auf ein Bügelbrett, kann sie auch direkt behandelt werden.

Nachbehandlung

Sind nach dem Entfernen des Wachses noch andersfarbige Flecke auf dem Stoff zu sehen, können diese ganz einfach mit einem Ballen Küchenpapier abgetupft werden, den man zuvor in Waschbenzin tränkt. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, dass man nicht versucht, zu reiben, sondern lediglich den Ballen tupft und immer mal wieder dreht, um den Fleck mit einer frischen Stelle zu behandeln. Wenn aus den Pflegehinweisen hervorgeht, dass der Stoff kein Waschbenzin verträgt oder man sich nicht sicher ist, kann man zunächst an einer beim Tragen nicht sichtbaren kleinen Stoffecke ausprobieren, wie der Stoff auf Waschbenzin reagiert. Alternativ kann man auch zu Gallseife greifen und den Fleck damit behandeln. Die Seife wirkt ähnlich wie das Waschbenzin und sorgt ebenfalls dafür, dass auch die letzten Spuren des Wachsflecks komplett aus Kleidungsstücken und Textilien entfernt werden.

 

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