Der Arbeitsalltag vieler berufstätiger Menschen ist heutzutage von Hektik und Leistungsdruck geprägt. Dies kann zum Auftreten von Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Antriebslosigkeit und sogar zu Zivilisationskrankheiten wie Burnout führen. In diesem Fall kann eine Ayurveda-Kur helfen, Körper und Seele wieder zu regenerieren.

 

Ayurveda-Kuren in Sri Lanka und Indien

Mittlerweile gibt es verschiedene Veranstalter, die authentische Ayurveda-Kuren anbieten. Häufig befinden sich die Kurzentren auf Sri Lanka oder in Indien, den Ursprungsländern des Ayurveda. Qualifizierte Ärzte, ausgebildete Therapeuten, eine moderne Einrichtung und hervorragende klimatische Bedingungen bieten hier optimale Vorraussetzungen für eine heilsame und entspannende Ayurveda-Kur. Ziel einer solchen Kur ist es, das Immunsystem zu stärken und so Krankheiten vorzubeugen beziehungsweise bereits vorhandene Gesundheitsprobleme zu lindern und zu heilen. Speziell bei der Heilung von Beschwerden und Krankheiten wird die sogenannte Panchakarma-Therapie, das “Herz” der ayurvedischen Heilkunde, angewendet.

 

Gründe für eine Panchakarma-Kur

Die ayurvedische Lehre geht von drei verschiedenen Bioenergien, den sogenannten Doshas „Vata“, „Pitta“ und „Kapha“, aus, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Ein dynamisches Gleichgewicht dieser drei Doshas sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden. Wird die Balance zwischen diesen drei Doshas gestört, sammeln sich Toxine und Schlacken, die im Ayurveda als “Ama” bezeichnet werden, in Körpergewebe und -kanälen. Grundlegende Vorraussetzung für einen tiefgreifenden Heilungsprozess ist eine vollständige Reinigung des Organismus. Durch diesen Reinigungsprozess werden die Selbstheilungskräfte des Körpers freigesetzt und andere auf die Harmonisierung der drei Bioenergien abzielende Therapien unterstützt.

 

Was ist eine Panchakarma-Kur?

Innerhalb der ayurvedischen Medizin stellt die Panchakarma-Kur die wirksamste und tiefgreifendste Methode dar, um Körper und Geist zu reinigen sowie das dynamische Gleichgewicht der Bioenergien wiederherzustellen. “Pancha” steht dabei für “fünf” und das Wort “Karma” für “Vorgänge” beziehungsweise “Tätigkeiten”, durch die Schlacken und Toxine im menschlichen Körper gelöst und ausgeschieden werden. Dies geschieht über die natürlichen Ausscheidungsorgane des Menschen.

Die Panchakarma-Kur kann als das Herzstück der ayurvedischen Heilkunst bezeichnet werden. Ihre intensiven Therapien dienen sowohl der Reinigung und Entschlackung des Körpers, der Gewichtsregulierung als auch der Regeneration und Harmonisierung der Doshas. Dabei findet die Reinigung des Organismus nicht nur auf der physischen Ebene, sondern gleichzeitig auch auf psychischer Ebene statt und begünstigt so ein positiveres Lebensgefühl. Denn Ausgeglichenheit von Körper und Geist wird im Ayurveda als die Grundvoraussetzung für Lebensfreude, Leistungsfähigkeit und Vitalität gesehen.

 

Wie läuft eine Panchakarma-Kur ab?

Erstuntersuchung
Unabhängig vom jeweiligen Anbieter steht zu Beginn einer jeden Panchakarma-Kur in der Regel eine ausführliche Untersuchung und Befragung durch qualifizierte ayurvedische Ärzte, die sich an ayurvedischen Grundsätzen orientiert. Auch wenn es weder auf Sri Lanka noch in Indien die Landessprache ist, findet diese Untersuchung meist auf Englisch, manchmal sogar auf Deutsch statt. Auf diese Weise werden Verständigungsprobleme minimiert.

Vorbehandlung
In dieser Behandlungsphase werden Krankheitsstoffe durch eine spezielle, fettfreie und leicht verdauliche Diät, diverse Ölmassagen sowie Wärmebehandlungen aus den Körpergeweben gelöst und anschließend in den Magen-Darm-Trakt abtransportiert. Während der Hauptbehandlung werden diese Krankheitsstoffe dann ausgeschieden. Die Vorbehandlung ist auf eine Dauer von zehn bis vierzehn Tagen angesetzt.

Hauptbehandlung
Die Hauptbehandlung schließt sich unmittelbar an die Vorbehandlung, in der Toxine und Schlacken im Körper gelöst und in den Magen-Darm-Trakt transportiert wurden, an. Die ayurvedischen Anwendungen in dieser Behandlungsphase zielen auf die Reinigung von Körper, Geist und Gefühlen ab. Abhängig von der ärztlichen Diagnose und von der körperlichen Verfassung des Patienten werden Therapien angewendet, die individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind. Die Behandlungen in dieser Phase dienen jedoch nicht nur der Reinigung und Entschlackung, sondern zielen auch auf den Wiederaufbau eines gereinigten Organismus ab.

Nachkur
Im Rahmen einer Schlusskonsultation werden dem Patienten von den Ärzten verschiedene ayurvedische Medikamente für eine mehrwöchige Nachkur zu Hause verschrieben. Diese unterstützen weiterhin den Reinigungsprozess des Körpers, haben aber auch eine aufbauende Wirkung.

 

Gerade für Menschen, die beruflich oder familiär bedingt erhöhtem Druck und Stress ausgesetzt sind, stellt eine Ayurveda-Kur eine sinnvolle und wirklich entspannende Alternative zum herkömmlichen Strandurlaub dar, von der sie noch lange über die Kur hinaus profitieren können – sowohl physisch wie auch psychisch. Aber auch für Menschen, die nicht unter besonderen Belastungen stehen, kann eine Ayurveda-Kur eine unvergessliche Erfahrung bedeuten.

 
(Foto: adams homestay guest house / b & b in fort kochi k / flickr.com, Lizenz: CC-BY)